Stress, die Geisel des modernen Menschen

Veröffentlicht:

am:
28 März 2021

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Die Stress-Reaktion des Körpers ist ein uralter Mechanismus. Es war vor Millionen von Jahren die Grundlage unseres Überlebens. Sobald eine Gefahr wahrgenommen wird, befiehlt das Emotionszentrum des Körpers, Stresshormone zu produzieren. Es entsteht ein wahrer Cocktail an Stresshormonen. Aber eigentlich ist es ein Energy-Drink, denn die Hormone sorgen dafür, dass wir in Anbetracht der Bedrohung Unmengen an Energie freisetzen. Der Körper läuft auf Hochtouren und hat nur noch ein Ziel: unser Überleben zu sichern. Die Stressreaktion ist heute immer noch aktiv, obwohl wir keiner lebensbedrohlichen Gefahr mehr ausgesetzt sind.

 Unser modernes Leben ist so sicher wie nie zuvor, und dennoch leben 70% der Menschen ständig in einer Art Überlebensmodus. Bei 70% leben dauerhaft in einem Zustand, als ginge es um Leben und Tod. Der Körper befindet sich dabei in einer permanenten Notfallsituation. Auslöser dafür ist heute aber nicht mehr der Säbelzahntiger, sondern sind die Arbeitskollegen, Zeitdruck im Beruf, Ärger in der Familie, zu hohe Ansprüche an sich, Isolation, Reizüberflutung und Gedanken. Ein Tier reagiert nur auf echte Lebensgefahr, beim Menschen reicht ein Gedanke aus und die Stresshormone werden ausgeschüttet. Was für ein Wahnsinn.

Bei Stress fühlen wir uns wie eine Fliege, die ständig gegen das Fenster fliegt. Sie findet die offene Fensterseite nicht, obwohl sie nah dran ist. Das kann stundenlang gehen. Sie kann die einfache Lösung nicht sehen. Stattdessen fliegt sie noch zwischen Rollo und Scheibe und bringt sich komplett ins Abseits. Ebenso handlungsunfähig sind wir Menschen unter permanentem Stress. Unser Blickfeld schränkt sich stark ein, wir sind nicht mehr in der Lage, Lösungen zu sehen.

Die ganze Energie im Körper wird dem Kampf- und Fluchtmechanismus zur Verfügung gestellt. Doch wenn wir unserem aufgebrachten Körper jetzt folgen würden und das Problem mit dem Chef oder dem Partner mit Zuhauen oder Abhauen beheben wollten, dann haben wir erst recht ein Problem. Alles in uns will die bereitgestellte Energie in Muskelarbeit umsetzen, doch stattdessen bleiben wir brav im Auto oder auf dem Bürostuhl sitzen. Die Stresshormone werden nicht abgebaut. Stattdessen lösen neue Stress-Impulse die Ausschüttung weiterer Hormone aus. Der Hormonpegel bleibt dauerhaft erhöht – der Stress wird chronisch. Wir erkranken letztlich an den nicht abgebauten Stresshormonen.

Etwas Stress ist die Würze des Lebens, zu viel frisst uns auf. Auch hier gilt, die Dosis macht das Gift.

Leider hat uns in der Schule niemand beigebracht, wie wir auf Stress reagieren können. Was tun, wenn mir alles zu viel wird und ich das Gefühl des Kontrollverlustes habe? Das Zauberwort ist Entspannung.

Die Vorstellung, dass man für Entspannung viel Zeit benötigt, ist ein Irrtum. Du musst nicht deinen gesamten Tagesablauf umbauen und Freiräume schaffen, um jeden Abend dein Meditationsprogramm auf der Yogamatte zu machen. Es geht viel einfacher, nämlich mit simplen Körperübungen, die du überall durchführen kannst, wo der Stress dich gerade erwischt. Mit einfachen Tricks bist du nicht länger hilflos der Stress-Reaktion deines Körpers ausgesetzt (Kampf, Flucht oder Erstarrung), sondern bleibst handlungsfähig, ruhig und klar im Kopf. Dein Körper ist der Weg aus dem Stressfalle.

Stress beginnt im Kopf­ – Entspannung im Körper

Probiere einmal folgende Übung aus dem Stress-Notfall-Koffer:

    • Atme tief durch die Nase ein und zähle währenddessen bis vier
    • Atme durch den Mund wieder aus und zähle dabei bis acht
    • Wiederhole mindestens 5 dieser Atemzüge

Mache die Übung immer, wenn du gestresst bist. Das Gefühl der Entspannung stellt sich schon nach 5 Atemzügen ein. Unser Körper schaltet bei dieser Form der Atmung automatisch in den Parasympathikus um, einem Teil des autonomen Nervensystems, der jetzt im Gehirn ca. 1300 verschiedene chemische Stoffe ausgeschüttet, die Reparatur, Regeneration und Entspannung hervorrufen.

Um den Stress aufzulösen, hast du viele Möglichkeiten.

  • Die einfachen Körperübungen aus dem Stress-Notfall-Koffer
  • Die Klopfakupressur
  • Das Autogene Training und die Progressive Muskelentspannung
  • Die 18 Bewegungen der Harmonie aus dem QiGong
  • Mentale Übungen und
  • Techniken speziell zum Einschlafen

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„Es gibt keine intimere Beziehung als die zwischen Körper und Geist.“

Wenn der Körper nicht im Gleichgewicht ist, hat das einen unmittelbaren Einfluss auf unser Wohlbefinden und die Fähigkeit mit Stress umzugehen. Ein wichtiger Faktor für einen gesunden Körper sind die Vitalstoffe. Vitalstoffe sind Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Amino- und Fettsäuren. Leider bekommt unser Körper trotz gesunder Ernährung nicht genug davon. Gründe dafür sind ein erhöhter Bedarf wegen Stress, eine schlechte Aufnahme vom Körper, eine Wechselwirkung der Nährstoffe untereinander, Medikamente und die Tatsache, dass nicht mehr ausreichend Nährstoffe in den Nahrungsmitteln zu finden sind. Laut einer Studie des Institutes für Umweltmedizin in Rostock verlieren sowohl Obst als auch Gemüse zunehmend eine bedenklich hohe Anzahl an Vitalstoffen. Zwei Beispiele dafür: Hatten 100g Brokkoli 1985 noch 103mg Calcium, waren es im Jahr 2002 nur noch 28mg. Bei 100g Spinat fällt der Magnesiumwert im gleichen Zeitraum von 62 auf 15mg. Wie es heute, also 20 Jahre später um unsere Lebensmittel bestellt ist, bedarf keiner weiteren Erklärung.

Jeder ist also mehr oder weniger von einem Vitalstoffmangel betroffen. Machen wir uns bewusst, der Körper eines 50 Jährigen ist ein halbes Jahrhundert alt. Auch bei einer positiven Betrachtung werden wir dieses „alte Haus“ nicht mehr als Neubau verkaufen können. Hier und da sind Sanierungen nötig, um alles am Laufen zu halten. Aber nicht nur das Alter ist ein Faktor, auch wiederholte Diäten, Schwangerschaft, Stillzeit und Alkoholmissbrauch können zu einer Mangelversorgung führen.

„Langsam aber sicher erreiche ich ein Alter, wo ich zwischen ‚noch müde‘ und ‚schon wieder müde‘ nicht mehr unterscheiden kann.“

Fehlen dem Körper Bausteine, wie Vitamine und Spurenelemente kann sich das auch eklatant auf die Psyche auswirken. Eine dauerhafte Erschöpfung, Schwindel, Leistungseinschränkung und Kraftlosigkeit

sind Symptome, die langfristig auch die Psyche in die Knie zwingen. Für einen hundert Prozent kraftvollen Körper müssen die Vitalstoffspeicher immer aufgefüllt sein, damit alle Stoffwechselprozesse reibungslos stattfinden können. Nur damit bleibt auch die mentale Kraft erhalten und unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Stress. Leider wird das bei der Betrachtung von Burnout und Depression heutzutage kaum berücksichtigt. Es findet meistens nur eine psychotherapeutische Betreuung statt, der Zustand des Körpers wird vernachlässigt.

Die Ergänzung der Vitalstoffe sollte aber nicht selbstständig und wahllos erfolgen. Die Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker ist sinnvoll.

Darüber hinaus sollte man sich einen Überblick über eine mögliche Schwermetallbelastung (u.a. Quecksilber, Blei, Cadmium und Aluminium) des Körpers verschaffen. Ein zu hoher Wert an Quecksilber kann beispielsweise zum chronischen Erschöpfungssyndrom führen. Es entzieht Selen und führt möglicherweise zu MS, Morbus Chron, Colitis Ulcerosa, Depression, Alzheimer, ALS, Autoimmunerkrankungen und Entzündungen. Die Entgiftung muss sensibel angegangen werden, um den Körper nicht noch mehr zu belasten.

Heute wissen wir, die Gesundheit und unser Immunsystem sitzen im Darm. Im Körper eines Menschen leben Billionen Mikroorganismen wie Bakterien und Viren. Diese beeinflussen aber nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser Denken, Fühlen und Handeln. Wenn ich dem Tempo der heutigen Zeit gewachsen sein will, muss ich auch den Darm im Blick behalten.

„Na super, aus Versehen Tagescreme benutzt. Jetzt liege ich wieder die ganze Nacht wach.“

Ein anderer Aspekt, den es lohnt zu betrachten, ist die Beziehung von Stress und Schlaf. Wer tagsüber unter hohem Druck steht, schläft schlechter und ein schlechter Schlaf belastet wiederum den beruflichen Alltag. Ein hässlicher Teufelskreis, dem man nur schwer entkommen kann. Nicht verwunderlich, dass Schlafentzug eine Foltermethode ist. Es soll das klare Denken des Opfers unterbinden und den Willen und die Widerstandskraft brechen.

Ein Team der Universität Stockholm fand in einer Langzeitstudie heraus, je stressiger wir unsere Arbeit empfinden, je schlechter das Firmenklima, je weniger Autonomie und je höher die Anforderungen, desto mehr Schlafprobleme gaben die Befragten sogar noch zwei Jahre später an. Sie litten an Ein- und Durchschlafstörungen und fühlten sich morgens weniger erholt. Im Gegensatz dazu wirkten sich die „reinen“, nicht stressbedingten Schlafstörungen trotz aller Unannehmlichkeiten weit weniger aus, auf Beruf, Beziehungen und die Fähigkeit mit Stress umzugehen.

Bei Ein- und Durchschlafstörungen quälen uns lästige Gedanken. Die Lösung ist, wieder die Kontrolle zu übernehmen. Das gelingt uns, wenn wir unseren Geist bewusst beschäftigen.

Einschlafübung 1:

Eine ganz einfache Übung ist das Rückwärtszählen von 100 auf 1. Beginne bei 100 und zähle langsam rückwärts. Falls du dich verzählt hast, also … 47, 46, 43! … beginne einfach wieder bei 100. Das ist nervig, aber äußerst konstruktiv, weil wir prinzipiell nur einen einzigen Gedanken haben können und sich nun kein anderer Gedanke mehr dazwischendrängen kann. Gleichzeitig ist diese Übung dermaßen langweilig, dass der Schlaf gut über dich kommen kann.

Einschlafübung 2:

Eine andere Übung funktioniert über die Augen. Schließe dafür deine Augenlieder. Atme nun sanft ein und gleichzeitig schaust du hinter den geschlossenen Augenliedern sanft nach oben. Du atmest aus und deine Augen schauen wieder gerade, obwohl du sie geschlossen hältst. Es bedarf wahrscheinlich keiner 10 Wiederholungen und du wirst eingeschlafen sein. Wandere hinter den geschlossenen Augen mit deinem Blick nach oben und anschließend wieder gerade.

Diese Übung kann man auch tagsüber machen, wenn du dich sehr gestresst fühlst, aber dann nur 5 Wiederholungen. Innerhalb von einer Minute wechselst du in den Frequenzbereich der Alpha-Wellen, einem Zustand der tiefen Entspannung, wofür man normalerweise eine Meditation braucht.

Unser modernes Schlafzimmer kann allerdings auch zur Falle für die Gesundheit werden. Der Mensch ist ein Naturwesen und unsere Biologie entspricht heute immer noch der Zeit, als wir in Wäldern, in der freien Natur gelebt haben. Das Schlafzimmer, eine Oase der Ruhe?! Oft ähnelt es mehr einer Abstellkammer. Allein, was sich alles unter dem Bett befindet. Tatsächlich haben Gegenstände im Zimmer, vor allem direkt unter dem Bett, das Bett selbst und die Schlafdeckenmaterialen Einfluss auf unseren Schlaf und sogar auf die Gesundheit. Das klingt verrückt, ist aber wahr. Die meisten Menschen wissen das bloß nicht. Wovon spreche ich? Die Schlafplatzanalyse eines Leukämie-Patienten ergab erschreckende Ergebnisse. Im Kopfende des teuren Bettes waren Steckdosen eingelassen, die ständig unter Strom standen. Die Matratzen hatten einen Metallfederkern. Das beides reicht aus, um aus dem Bett eine Art elektrischen Stuhl zu machen. Kein Mensch der darauf Nacht für Nacht schläft bleibt da gesund.

Jede normale Steckdose, jedes moderne Kabel strahlt, egal ob ein Strom fließt oder nicht. Bei defekten Leitungen können sogar ganze Wände unter Spannung stehen. Das sollte man ebenfalls wissen, denn nicht nur das Handy am Bett sorgt für Elektrosmog im Schlafzimmer, was wiederum die Tiefschlafphasen beeinträchtigt. Vielleicht kann man den Stromkreislauf für das Schlaf-Zimmer nachts abschalten, ebenso W-LAN und das Handy.

Auch Wasserbetten sind für uns selten ein Gewinn. Wasser ist ein Element mit hoher Leitfähigkeit und das Bett verfügt über einen integrierten Stromkreislauf. Ich kenne keine Person, die ein Wasserbett hat und nicht an Burnout leidet. Zufall? Sinnvoll ist es, so viele natürliche Materialien im Schlafzimmer und vor allem im Bett zu haben, wie möglich. Das Bett aus Holz (kein Metall), Naturkautschuk-Matratzen oder andere natürliche Materialien, Baumwollbettwäsche usw. Unter dem Bett sollten nur Wohlmäuse, also Staubflocken anzutreffen sein, keine Aufbewahrungskisten aus Plastik mit vollem Inhalt. Auch das beliebte Boxspringbett ist mit Vorsicht zu genießen. Das Problem finden wir schon im Namen. Es handelt sich um Box with springs, also eine Kiste mit Metallfedern. Um ganz sicher zu gehen, empfiehlt es sich, die Seite des Bettes in regelmäßigen Abständen mit seinem Partner zu tauschen und bei einer Krebserkrankung, grundsätzlich den Schlafplatz in der Wohnung/Haus zu verändern. Gute Plätze, auch für den Standort eines Bettes sind da, wo sich Hunde gern aufhalten. Sie suchen nur die optimalen Stellen auf, während wir Katzen dahingegen an energetisch belastenden Orten anfinden. Ein Hinweis zu Bettmaterialien aus Naturstoffen möchte ich noch mitgeben: Um tatsächlich gesund, erholsam und stressfrei zu schlafen, sollen wir auch an Allergien denken. Laut einer Studie von Prof. Schuhmacher von der Universität Innsbruck sind die drei am weitesten verbreiteten Allergieauslöser:

  1. Kuhmilch
  2. Weizen und
  3. Daunen!

Erstaunlicherweise nimmt die bekannte Hausstaubmilben-Allergie in dieser Studie einen eher unbedeutenden Platz ein. Wer sich morgens bereits gerädert und verquollen fühlt, sollte seinen Schlafplatz nach all den genannten Kriterien untersuchen.

Aber auch die Länge der Nacht spielt eine wesentliche Rolle, wenn wir stressresistent sein wollen. Es müssen nicht unbedingt 8 Stunden Schlaf sein. Vielen Erwachsenen reichen auch 7,5 oder 7 Stunden, obwohl laut einer US-Studie, eine Extrastunde Schlaf pro Nacht uns glücklicher als 60.000 Dollar mehr Jahresgehalt macht. So unkompliziert geht glücklich sein. Wir müssen uns am Abend nur ein wenig disziplinieren und den Absprung vom Tag rechtzeitig schaffen. Bei diesen Aussichten sollte das nicht schwerfallen.

Darüber hinaus sind wir auch ausgeglichener, wenn wir den Wecker zur richtigen Zeit stellen. Eine Schlafphase beträgt 1,5 Stunden. Wenn ich mich jetzt um 24 Uhr hinlege, habe ich bis 6 Uhr vier vollständige Schlafphasen hinter mir. Wenn mein Wecker jetzt aber um 6:30 Uhr klingelt, unterbreche ich meinen Schlaf inmitten von einem 1,5-stündigen Zyklus. Deshalb fühle ich mich womöglich weniger müde, wenn ich bereits um 6 Uhr aufstehe und nicht noch 30 Minuten länger schlafe. Es lohnt sich wirklich, das einmal zu beobachten und auszuprobieren, je nachdem, wann man ins Bett geht.

Ein gesunder Schlafplatz, wenig Schwermetallbelastungen im Körper, ausreichend Vitalstoffe und das Wissen über Körperübungen gegen Stress lassen uns der Stressfalle entkommen. Eine Rückkehr zu den Prinzipien der Natur in den eigenen vier Wänden und gegenüber seinem Körper, kann Heilung und Gleichgewicht bringen.

Pass gut auf dich auf, denn das Leben ist viel zu kurz, um gestresst zu sein.

 

Marlis Maria Brehmer

Keynote-Speaker und Trainerin für praktische Stressbewältigung, Diplom Pädagogin, Entspannungspädagogin (Hochschulabschluss), Heilpraktikerin, Fachtherapeutin für EFT, Personal Entspannungscoach, Ernährungsberaterin chinesische Medizin

www.marlis-maria-brehmer.com

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